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F- 2 am 22.04.2022

Kaminbrand

Am Freitagabend wurden die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Überlingen um 18.58 Uhr mit den Einsatzabteilungen des Ausrückebereichs West und Stadt zu einem Kaminbrand in das Überlinger Teilort Bonndorf alarmiert.Bewohner des betroffenen Hauses meldeten der integrierten Rettungsleitstelle über die Notrufnummer 112 einen Flammenaustritt aus dem Kamin von bis zu 2 Meter.
 
Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte konnte dieses Lagebild bestätigt werden. Personen befanden sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Gebäude. Umgehend drang ein Trupp unter schwerem Atemschutz mit einem C-Schlauch und ABC-Pulverlöschern in den Keller des Hauses vor. Parallel wurde ein umfassender Brandschutz sichergestellt und mit Hilfe der Drehleiter der Kamin von oben bzw. außen begutachtet. Im weiteren Verlauf des Einsatzes wurde mittels Kaminkehrer-Werkzeug der Kamin gekehrt und so ein weiteres Zuwachsen des Rauchabzuges im Kamin verhindert. Der ausgekehrte Ruß wurde mittels Schuttmulde dem Kamin entnommen und im Freien endgültig abgelöscht.
 
Über die gesamte Dauer des Einsatzes wurde der Kamin über alle Geschosse des Hauses auf mögliche Rissbildungen und Hitzeentwicklung durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr kontrolliert.
 
Nach Abschluss der Löschmaßnahmen konnte das Haus wieder an die Eigentümer übergeben werden. Die Nutzung des Kamins wurde bis zur erneuten Freigabe durch den Schornsteinfeger untersagt.
 
Insgesamt war die Freiwillige Feuerwehr Überlingen mit 39 Einsatzkräften und 8 Fahrzeugen unter der Leitung des Abteilungskommandanten Daniel Mayer im Einsatz. Auch Stadtbrandmeister Ludwig Ehing machte sich vor Ort ein Bild der Lage. Neben der Feuerwehr war auch die Landespolizei in den Einsatz mit eingebunden.
 Info:Kamin- oder Schornsteinbrände müssten eigentlich „Rußbrände“ heißen. Ein Kamin ist aus feuerfestem Material (Stein, Stahl, Keramik oder Edelstahl) ausgeführt und kann somit nicht brennen. Bei einem Brand in einem Kamin hat sich abgelagerter Ruß, insbesondere Glanzruß, an der Innenseite des Kamins entzündet.
 
Ruß besteht zum größten Teil aus Kohlenstoff und entsteht bei unvollständiger Verbrennung in Heizungsanlagen. Es wird unterschieden zwischen Glanz- und Schmierruß, der bei Verbrennung fester Brennstoffe entstehen kann, sowie Flockenruß, der bei der Verbrennung von flüssigen und gasförmigen Brennstoffen entsteht. Glanzruß kann bei Hitzeeinwirkung auf das siebenfache Volumen aufquellen und somit den Kaminquerschnitt stark verengen oder komplett verstopfen.
Ruß entsteht nur dann, wenn die Verbrennung nicht vollständig stattfinden kann. Der Verbrennungsprozess von festen Brennstoffen wie Holz läuft beispielsweise unvollständig ab, wenn nicht richtig abgelagertes Material mit einer zu hohen Feuchte („nasses Holz“) verbrannt wird.